Wie wichtig ist Selbstvermarktung?

Selbstmarketing spielt  beim Vorstellungsgespräch, aber auch bei der Arbeit eine wichtige Rolle. Untersuchungen haben gezeigt, dass immerhin 30 Prozent aller Stellen aufgrund einer überzeugenden Selbstpräsentation vergeben werden. Nicht nur die Qualifikationen zählen, sondern auch wie man diese und sich selber vermarket.

Es geht aber nicht darum, seine Qualifikationen „aufzubauschen“ und Unwahrheiten erzählen. Selbstmarketing hingegen dient dazu die eigenen Qualifikationen und Arbeitsleistungen seinem (potenziellen) Arbeitgeber klar zu kommunizieren, um ein Jobangebot zu bekommen bzw. Karriere innerhalb eines Unternehmenz zu machen.

Sich seiner Stärken und Schwächen bewusst sein

Um ein gutes Selbstmarketing zu machen, muss man sich zunächst seiner Stärken und Schwächen bewusst sein. Die Stärken müssen im Vordergrund stehen um weiter an ihrer Verbesserung zu arbeiten. Bezüglich der eigenen Schwächen sollte man vor allem ehrlich zu sich selber sein. Wer noch nie gut in Mathe war, wird dies mit Sicherheit auch nicht später sein. Lieber an dem Ausbau der Stärken arbeiten, als an der Verbesserung der Schwächen verzweifeln. Schliesslich sucht man sich seinen Beruf aufgrund seiner Stärken und nicht seiner Schwachstellen aus.

Wichtig ist es vor allem, sich über die eigenen Stärken und Schwächen bewusst zu sein und zu entscheiden, in welcher Form man daran arbeiten kann. Nicht umsonst gibt es das Sprichwort: „Selbsterkenntnis ist der Weg zur Besserung.“

Seine Arbeitsleistungen hervorheben

Vor allem Frauen fällt es nicht leicht, ihren Vorgesetzten ihre guten Leistungen zu kommunizieren. Um aber von seinem Arbeitgeber positiv wahrgenommen werden, reicht es leider meist nicht aus, einfach gute Leistungen zu erbringen. Der Vorgesetzte muss auch wissen, wer die Leistung erbracht hat. Man darf nie davon ausgehen, dass dieses Wissen automatisch vorhanden ist. Genauso gut können sich Kollegen mit den fremden Lorbeeren schmücken.

Sich selber loben ist damit notwendig, um Aufmerksamkeit zu erzielen. Selbstverständlich wandelt man dabei auf einem sehr schmalen Grat, da zuviel Selbstlob auch negativ bewertet werden und vor allem bei den Kollegen auf Unverständnis stossen kann. Es muss daher ein gesundes Mittelmass gefunden werden.


Für den Job ins Ausland gehen?

auslandsaufenthaltHeutzutage stellt sich aufgrund der Internationalisierung oftmals bereits im Vorfeld für einen Bewerber die Frage, ob er auch bereit ist, einige Zeit für den Arbeitgeber im Ausland zu arbeiten. Viele international tätige Unternehmen fordern heute von ihren Arbeitnehmer die Bereitschaft zur Mobilität. Der Bewerber muss darauf vorbereitet sein, bereits im Vorstellungsgespräch darauf angesprochen zu werden.

Aus diesem Grund sollte man sich bereits vorher überlegen, ob ein Auslandsaufenthalt für einen selber in Frage kommt. Meist handelt es sich um einen begrenzten Zeitraum, bei dem der Arbeitnehmer aber eine Menge an Erfahrung und Sprachkenntnisse sammeln kann. Neben der offensichtlichen Verbesseung des Lebenslaufes, kann man viel an interkultureller Kompetenz lernen.

Einigen Arbeitnehmern kostet es grosse Überwindung diesen Schritt zu gehen, da sie sehr heimatverbunden sind. Man verlässt Familie, Freunde und Vereinskollegen und geht in ein fremdes Land.

Aber man sollte sich über seine langfristigen Ziele bewusst sein. Kann man z.B. seiner Familie den gewünschten Lebensstandard bieten, wie sehen die Karrieremöglichkeiten aus oder stehen in der Region ausreichende Arbeitsplätze zur Verfügung. Selbstverständlich gibt es auch Unternehmen, die gerade nach heimatverbundenen Arbeitnehmern suchen, damit diese sich in Krisensituationen nicht sofort nach einem neuen Arbeisplatz umsehen.

Wenn man sich entschieden hat im Ausland zu arbeiten, ist es natürlich wichtig, einen gesunden Ausgleich zur Arbeit zu finden, insbesondere wenn die Familie nicht mitkommen kann. Bei begrenzten Auslandsaufenthalten ist dies meist die Regel. Viele Arbeitgeber unterstützen den Arbeitnehmer jedoch oftmals finanziell, um in regelmässigen Abständen die Familie zu besuchen. Neben den beruflichen Erfahrungen, die der Arbeitnehmer im Ausland sammelt, ist es genauso wichtig soziale Kontakte zu knüpfen, um die Kultur des Landes näher kennenzulernen.

Ebenso erleichtert einem die Entscheidung ins Ausland zu gehen, wenn man bereits die Sprache des Landes beherrscht. Der Arbeitgeber bezahlt in vielen Fällen Sprachkurse, die vor und/oder während des Auslandsaufenthaltes besucht werden können.


Plötzlich Englisch im Vorstellungsgespräch reden?

englisch_redenEin Vorstellungsgespräch ist für jeden Bewerber schon stressig genug, aber wenn der Gesprächspartner plötzlich ins Englische wechselt, fühlen sich viele auf einmal hilflos.

Oftmals liegt es gar nicht an den fehlenden Sprachkenntnissen, sondern einerseits an der Überraschung und andererseits an dem geforderten Business English. Wer sich perfekt im Alltag auf Englisch verständigen kann, scheitert jedoch nicht selten an den notwendigen Vokabeln in seinem Berufsfeld.

Wer nutzt das Bewerbungsgespräch zur Überprüfung der Sprachkenntnisse?

Die Bewerber sollten sich im Vorfeld auf einen möglichen Sprachwechsel einstellen, wenn in der Stellenanzeige fliessende und/oder verhandlungssichere Sprachkenntnisse verlangt werden.

Ebenfalls werden gerne in Tochterunternehmen von internationalen Firmen die Englischkenntnisse überprüft. Heutzutage kann bereits ein Bewerber in einem kleinen mittelständischen Unternehmen auf sein Englisch getestet werden, falls dieses international tätig ist. Wenn sich der Bewerber im Vorfeld über den Tätigkeitsbereich bzw. über die Firmengeschichte informiert, kann er gut feststellen, ob er beim Vorstellungsgespräch Englisch reden muss oder nicht. Nur wer sich schlecht auf das Bewerbungsgespräch vorbereitet, wird überrascht sein.

Worauf sollte sich der Bewerber beim Vorstellungsgespräch vorbereiten?

Die Schwierigkeit liegt meist in der Beschreibung seines Werdeganges und seiner Tätigkeitsbereiche in einer anderen Sprache. Dafür muss der Bewerber die entsprechenden Fachbegriffe seiner Branche kennen. Falls er Englisch bisher nicht oft in der Berufwelt benutzt hat, dann muss der entsprechende Wortschatz unbedingt erlernt werden. Die Selbstpräsentation auf Englisch sollte vorab geübt werden, damit der Bewerber nicht aufgrund der Stresssituation seine Kenntnisse nur ungenügend zeigen kann.

Neben der Präsentation der eigenen Person, können auch spezifische Fragen zum Aufgabenbereich und Erfolgen in früheren Positionen gestellt werden. Vor allem US-Unternehmen legen einen grossen Wert darauf, dass die erzielten Erfolge klar herausgestellt werden. Selbstmarketing steht ganz klar im Vordergrund. Dabei sollten auch wichtige Referenzen wie frühere Kunden genannt werden, da man ggf. auf diese Kontakte auch bei einem neuen Arbeitgeber zurückgreifen kann. Falsche Bescheidenheit ist hier fehl am Platz.


Selbstbewusstein im Vorstellungsgespräch und im Berufsleben

selbstbewusstseinEin selbstbewusstes Auftreten ist im Vorstellungsgespräch genauso wichtig wie später im Berufsleben. Nicht jeder besitzt von Natur aus ein starkes Selbstbewusstsein, aber oftmals muss man nur über seinen eigenen Schatten springen, um selbstsicherer zu werden. Heutzutage  werden eine Vielzahl von Seminaren angeboten, um Hilfestellung dabei zu leisten.

Beim Bewerbungsgespräch ist ein sicheres Auftreten gegenüber seinem potenziellen Arbeitgeber aufgrund der speziellen Stressituation sehr schwierig. Aber auch Gespräche mit Kunden, Vorgesetzten und Kollegen verlaufen ganz anders, wenn man selbstsicher auf sein Gegenüber wirkt. Dabei ist die Grenze zur Arroganz meist sehr schmal.

Im Folgenden werden einige Tipps gegeben, um beim Vorstellungsgespräch und im Beruf Selbstsicherheit auf seine Gesprächspartner auszustrahlen.

Klare Aussagen mit Souveränität vorgetragen

Die Sätze sollten klar und gezielt formuliert sein. Füllwörter, lange Nebensätze und/oder ewige Erklärungen zeugen von Unsicherheit des Gesprächsführenden. Dabei sollte immer mit ruhiger und fester Stimme gesprochen werden. Bauchatemübungen können helfen, die Stimme zu beruhigen und tiefer klingen zu lassen. Eine hohe Stimmlage ist meist ein Zeichen von Nervösität und führt oftmals auch zu einer zittrigen Stimme.

Offenheit für überzeugende Argumente

Es ist nie eine Schwäche, wenn man aufgrund von neuen bzw. überzeugenden Argumenten seine Meinung ändert. Im Gegenteil: Dies zeugt von Offenheit. Oftmals enden Arbeitsmeetings ohne klare Ergebnisse, da alle Teilnehmer auf ihre Standpunkte beharren, da sie es als Zeichen von Schwäche ansehen, ihre Meinung im Nachhinein zu ändern. Guten Argumenten gegenüber sollte man jedoch immer aufgeschlossen sein.

Selbstbewusste Körperhaltung

Wichtig ist es, seine Aussagen auch mit der entsprechenden Körperhaltung zu unterstützen. Starke Argumente vorgetragen mit hängenden Schultern und gesenktem Kopf werden nicht dieselbe Wirkung erzielen wie mit geraden Schultern und erhobenem Kopf. Die Körperhaltung muss die Worte non-verbal unterstützen. Ein Personaler wird der Körperhaltung mehr Beachtung schenken als den Worten, da die Körperhaltung oftmals viel mehr über den Charakter zeigt. 


Schwierige Fragen beim Vorstellungsgespräch (Teil II)

fragenIn einem Bewerbungsgespräch versuchen Personaler immer durch bestimmte Fragen mehr über die Persönlichkeit des Bewerbers herauszufinden. Aus der Analyse der Antwort sowie der Körpersprache können Rückschlusse geschlossen werden, die oftmals entscheidend für die Auswahl des geeigneten Kandidaten ist.

Im Folgenden werden noch weitere Fragen vorgestellt, auf die man sich im Vorfeld des Vorstellungsgespräches gezielt vorbereiten sollte.

„Was sind Ihre Gehaltsvorstellungen?“

Diese Frage gehört mit Sicherheit zu einer der Schwierigsten und Kniffligsten. Wenn eine vollkommen utopische Gehaltssumme angegeben wird, dann ist für viele Personaler bereits nach der ersten Runde Schluss.

Im Vorfeld sollte man sich genau über die branchenüblichen Gehälter informieren und dementsprechend seine Gehaltsvorstellungen äussern. Es ist ausserdem zu empfehlen, einen nicht zu grossen Gehaltsrahmen anzugeben, da sich der Personaler eventuell genau an der unteren Grenze orientieren wird. Damit besteht kaum noch Verhandlungspotenzial, da die Gehaltsspanne selbst vorgegeben wurde.

Die Gehaltsvorstellungen sollten mit den bestehenden Qualifikationen und Erfahrungen des Bewerbers begründet werden. Ein zu niedrig angegebenes Gehalt wird nicht zwangsläufig als „Schnäppchen“ angesehen. Die Angabe kann von schlechter Branchenkenntnis und einer Unterschätzung der eigenen Qualifikationen zeugen.

„Wie stehen Sie zu Überstunden?

Die richtige Antwort ist nicht automatisch, dass man natürlich bereit ist Überstunden zu machen, und dies auch aus seinen vorherigen Arbeitsstellen kennt. Überstunden im alten Job können auch ein Zeichen von Ineffizienz sein, da man seine Aufgaben nicht in der üblichen Arbeitszeit geschafft hat. Oder der Bewerber verfügt über keinerlei Privatleben, wodurch der gesunde und notwendige Ausgleich zur Arbeit fehlt.

Am Besten vermittelt man dem Personaler, dass man bei den Arbeitszeiten flexibel ist und dadurch mögliche Überstunden kein grösseres Problem darstellen.

„Wie kommen Sie mit Veränderungen zurecht?

Bei dieser Frage möchte der Personaler ein Gefühl dafür bekommen, ob der Mitarbeiter mit Veränderungen wie Kosteneinsparungen, Softwareänderungen oder auch Personalveränderungen generell zurecht kommt. Man sollte dabei am Besten anhand von Beispielen wie das Erlernen von neuen Programmen seine Flexibilität zeigen.


Fangfragen beim Vorstellungsgespräch – Vorbereitung ist alles (Teil I)

fangfragen_1Oftmals versuchen erfahrene Interviewer die Bewerber im Vorstellungsgespräch mit schwierigen Fragen zu verunsichern und zu unüberlegten Antworten zu verlocken. Meist möchte der Interviewer durch die Fragen mehr über die Persönlichkeit des Kandidaten erfahren.

Durch eine gezielte Vorbereitung auf die häufigsten Fragen können manche Fettnäpfchen umgangen werden. Das Ziel ist es, ruhig und souverän die Fangfragen zu meistern und so die Chance auf eine Jobzusage zu erhöhen. Dem Personalverantwortlichen geht es oft nicht um den Inhalt, sondern um die Art und Weise wie die Fragen beantwortet werden.

Im Folgenden werden die bekanntesten Fragen vorgestellt und wie man darauf reagieren sollte.

„Warum haben Sie immer noch nicht eine Stelle gefunden?“
Personalverantwortliche schauen sich genau mögliche Lücken im Lebenslauf an und fragen auch gezielt nach ihnen. Im Vorfeld muss eine Strategie festgelegt werden, um nicht gestresst zu wirken. Man sollte bei einer solchen Frage auf seine Berufserfahrungen, Sprachkenntnisse und wenn vorhanden auch auf seine Auslandsaufenthalte hinweisen. Die Arbeitsuche könnte z.B. länger gedauert haben, da man sich einen Bereich spezialisiert hat und dort die Stellenangebote begrenzt sind.

„Warum sollten wir gerade Sie einstellen?“
Dabei handelt es sich um eine typische Stressfrage. Hier sollten einfach nochmals die Qualifikationen des Bewerbers hervorgehoben werden, die für das Unternehmen besonders interessant sind. Vollkommen falsch wäre es, zu resignieren und darüber Enttäuschung zu zeigen, dass die bisherigen Ausführungen noch nicht überzeugend genug waren. Die Frage sollte im Gegenteil als Möglichkeit angesehen werden in kurzen, prägnanten Sätzen seine Eignung für die Arbeitsstelle erneut zusammenzufassen.

„Haben Sie noch Fragen an uns?“
Auf diese Frage, die meist am Ende des Bewerbungsgesprächs erfolgt, sollte man sich im Vorfeld genau vorbereiten. Am Besten werden die Fragen notiert, damit diese nicht aufgrund der Nervosität während des Vorstellungsgesprächs vergessen werden. Fragen zu den zukünftigen Aufgabengebieten, den Vorgesetzen, den Kollegen und dem Einarbeitungsprozes sind zu empfehlen. Direkt nach Gehalt, Urlaub oder Arbeitszeiten zu fragen, wäre taktisch sehr unklug. Falls keine Fragen gestellt werden, zeigt dies von mangelhafter Vorbereitung und Desinteresse.


Follow-up des Vorstellungsgesprächs

follow_upOft fragt man sich, ob man nach einem Bewerbungsgespräch ein Follow-up machen soll oder nicht, da man nicht weiss, ob man den Interviewer eventuell durch ein Nachfragen „belästigt“, da er meist viel zu tun haben könnte. Diese Denkweise ist nicht immer richtig. In vielen Fällen wartet die Personalabteilung mit ihrer definitiven Entscheidung für einen Bewerber bewusst einige Zeit, um zu sehen, wer sich nach dem Interview meldet und damit nochmals sein Interesse an der Arbeitsstelle zeigt.

In welcher Form und in welcher Zeitspanne sollte das Follow-up des Vorstellungsgesprächs erfolgen?
Um zunächst überhaupt ein Follow-up machen zu können, werden die Kontaktdaten des Interviewers benötigt, d.h. unbedingt am Ende des Vorstellungsgespräches daran denken, den Interviewer nach seiner Visitenkarte zu fragen. Dort findest du die wichtigsten Kontaktdaten wie E-Mail-Adresse, Adresse und Telefonnummer sowie natürlich den Namen. Oftmals versteht man am Anfang des Gespräches aufgrund der Nervosität und/oder Aufregung den Namen seines Gegenübers nicht richtig und fragt meist auch nicht nochmal nach.
Am Besten schickst du am Abend des Bewerbungsgespräches eine kurze E-Mail, in der man sich nochmals für die Gelegenheit des persönlichen Vorstellungsgesprächs bedankt. So sieht der Interviewer die Nachricht direkt als erstes am nächsten Morgen.

Nach ca. einer Woche empfiehlt es sich beim Interviewer anzurufen, und sich zu erkundigen, wann die Entscheidung über die Jobvergabe getroffen wird. Frage ebenfalls nach, ob vielleicht noch neue Fragen zu deiner Person und/oder Qualifikation aufgetaucht sind oder eventuell weitere Informationen benötigt werden. Falls der Interviewer nicht zu erreichen ist, hinterlasse eine kurze Nachricht mit den wichtigsten Punkten auf seinem Anrufbeantworter.

Ebenso hilfreich ist es nach dem Telefonsanruf zusätzlich einen Brief an den Interviewer zu schicken, in dem einerseits nochmals dein Interesse an dem Job und andererseits deine Stärken für diese Arbeitsstelle hervorgehoben werden.

Danach sollte der Interviewer nur noch etwa einmal alle 1-2 Wochen per E-Mail oder Telefon kontaktiert werden, um den aktuellen Stand zu erfahren.


Typische Aufgaben in einem Assessment Center

aufgaben_acViele grosse Unternehmen veranstalten ein Assessment-Center, um die potenziellen Bewerber bzgl. deren Persönlichkeit und Qualifikationen zu analysieren und zu bewerten. In dem Personalauswahlverfahren müssen sich die Bewerber alleine oder in Gruppen Aufgaben stellen.

Da eine Einladung zu einem Assessment-Center oftmals Panik bei vielen Bewerbern auslöst, da sie nicht wissen, was sie erwartet, werden im Weiteren ein paar typische Aufgaben vorgestellt.

Zu den bekanntesten Einzelübungen gehören die Postkorbübung, Rollenspiele sowie das Einzelinterview. Die Gruppendiskussion gehört zu den Standard-Gruppenübungen.

Postkorbübung
Bei dieser Übung hat der Bewerber ca. eine Stunde Zeit, um ungefähr 15-20 Dokumente (geliefert in einem Postkorb) abzuarbeiten. Dabei möchte das Unternehmen beobachten, wie sich der Bewerber in einer Stresssituation bzgl. Konzentration, Arbeitsorganisation sowie Entscheidungsfähigkeit verhält.

Rollenspiel
Dabei wird ein Zweiergespräch simuliert, bei dem es sich z.B. um ein Mitarbeiter-oder Kundengespräch handeln kann. Eine kurze Vorbereitungszeit (5-15 min.) wird dem Kandidat gewährt. Beim Rollenspiel muss der Bewerber zeigen, wie er mit Konflikten umgehen kann sowie sich innerhalb eines Gespräches verhält (Stimme, Gesten, Mimik). Ebenso kann man bei einem solchen Rollenspiel erkennen (je nach Simulationstyp), ob der Kandidat über Entscheidungsfähigkeit und Führungskompetenz verfügt.

Einzelinterview
Das Interview im Assessment-Center ist dem klassischen Bewerbungsgespräch sehr ähnlich. Das Unternehmen will dort seinen bisherigen Eindruck von dem Bewerber bestätigen. Dem Kandidat wird dabei nochmals die Gelegenheit gegeben, sich selbst zu präsentieren.

Gruppendiskussion
Innerhalb einer Gruppendiskussion müssen die Bewerber zeigen, wie sie sich aktiv und konstruktiv in die Diskussion einbringen können und dabei gleichzeitig kompromissbereit und teamfähig sind. Wenn man sich zu sehr in den Mittelpunkt drängt und keinen der anderen Teilnehmer ausreden lässt, dann hinterlässt das genauso einen schlechten Eindruck wie nichts zu sagen. Der perfekte Mittelweg muss gefunden werden. Die Themen der Diskussionen werden meist vorgegeben und manchmal muss der Bewerber eine festgelegte Meinung verteidigen (auch wenn es nicht seine persönliche ist).


Typen von Assessment-Centern

typen_acEin Asssessment-Center (englisch: to access = beurteilen) ist ein spezielles Personalauswahlverfahren von Unternehmen , bei dem mehrere Bewerber mit Hilfe von verschieden Aufgaben geprüft werden, ob sie für eine vakante Stelle geeignet sind. Generell kann ein Asssessment-Center (kurz: AC) 1 bis 3 Tage dauern.

Das Verhalten der Bewerber wird durch ein Gremium (sogenannte Assessoren) beobachtet und bewertet. Das Gremium setzt sich meist aus Mitarbeitern des Unternehmens, externen Psychologen oder Beratern zusammen.

Seit den 80er Jahren werden Assessment-Center in deutschen Unternehmen angewendet. Assessment-Center werden heutzutage nicht nur zur Bewerberauswahl sondern auch für eine interne Personalentwicklung eingesetzt. Im Folgenden werden die verschiedenen Typen des Assessmenter-Centers vorgestellt.

Einzel-AC
Das Einzel-AC wird meist nur für das oberste Management und nicht für Hochschulabsolventen durchgeführt, da der finanzielle und organisatorische Aufwand sehr hoch ist. Ein Grund für die Durchführung eines Einzel-ACs ist die Geheimhaltung der Bewerbung der Führungskraft, da diese z.B. noch nicht beim aktuellen Arbeitgeber gekündigt hat. Da nur eine Person beobachtet und bewertet wird, dauert ein Einzel-AC nicht länger als einen Tag. Der Kandidat muss verschiedene Aufgaben zur Analyse seiner Qualifikationen und seiner Persönlichkeit lösen.

Management Audit
Das Management Audit ist ein Verfahren zur Personalentwicklung von internen Mitarbeitern, die auf ihre Managementfähigkeiten (z.B. Analysefähigkeit und Führungsstärke) und Entwicklungspotentiale geprüft werden. In der Regel werden als Assessoren externe Beratungsunternehmen engagiert. Der Schwerpunkt eines Management Audit liegt oft auf einem mehrstündigen Gespräch mit dem entsprechenden Gremium und/oder Mitarbeitern des Unternehmens.

Online-AC
Aus Kostengründen wird die Durchführung von Online-ACs vor allem bei grossen Unternehmen immer beliebter. Es bedeutet eine hohe finanzielle und organisatorische Entlastung, bei der automatisch schon im Vorfeld Bewerber ausgefiltert werden. Ebenso sind die Online-ACs für internationale Bewerbungsverfahren einfach anwendbar, da die Tests einfach nur übersetzt werden müssen. Für den Bewerber bedeutet ein Online-AC eine hohe Zeitersparnis, da das AC nicht vor Ort stattfindet und der Kandidat meist ein schnelles Feedback bekommt.


Gruppeninterviews – Was dabei zu beachten ist

gruppeninterviewBei einem Gruppeninterview wird zwischen zwei Typen unterschieden. Einerseits kann ein Interview zusammen mit anderen Kandidaten für dieselbe Stelle stattfinden oder andererseits wirst du von mehreren Mitarbeitern deines potenziellen Arbeitgebers zusammen interviewt.

Gruppeninterview mit anderen Kandidaten
Beim ersten Typ des Gruppeninterviews werden alle Jobkandidaten zunächst Informationen über das Unternehmen erhalten. Danach muss sich jeder Kandidat einzeln vorstellen. Der Interviewer wird gezielt Fragen stellen und eventuell müssen kleinere Aufgaben gelöst werden. Aber diese Form des Gruppeninterviews darf nicht mit einem Assessment Center verwechselt werden. Ein Assessment Center geht meist über einen oder mehrere Tage. Dabei werden verschiedene Tests und Fragerunden mit dir alleine oder mit anderen Kandidaten durchgeführt.

Diese Form des Gruppeninterviews wird genutzt, um vorab eine Auswahl geeigneter Kandidaten zu treffen. So kann direkt dein Verhalten und dein Auftreten in Gruppen beobachtet werden. Teamarbeit wird für viele Unternehmen immer wichtiger. Eine schüchterne Person wird bei einem Gruppeninterview kaum eine Chance haben, sich und seine Qualifikationen zu präsentieren. Wenn du im Hintergrund bleibt, wird sich der Interviewer nicht mehr an dich erinnern. Versuche durch gezielte Fragen zum Unternehmen dein Interesse und dein Vorwissen zu zeigen.

Gruppeninterview mit mehreren Mitarbeitern
Normalerweise wirst du von mindestens zwei Mitarbeitern des Unternehmens interviewt. Dabei handelt es sich meist um Frage-Antwort-Runden. Manchmal kannst du aber auch gebeten werden eine Übung zu machen, bei der dir typische Aufgaben der ausgeschriebenen Stelle gestellt werden.

Unternehmen bevorzugen oft das Gruppen- gegenüber einem Einzelinterview, da mindestens zwei Personen sich über den Arbeitssuchenden ein Bild machen können, und dadurch eventuell eine falsche Entscheidung verhindert werden kann. Ein Beispiel: Während ein Mitarbeiter redet, kann der andere in Ruhe den Gegenüber beobachten und dessen non-verbales Verhalten beurteilen.

Die Interviewer können auch versuchen dich durch viele Fragen oder abrupte Unterbrechungen deiner Antworten zu irritiren, um dein Verhalten bei Stressverhalten zu beobachten. Sei immer äusserlich ruhig und lasse dich nicht aus der Ruhe bringen.


Nächste Seite »