Bewerbungen ab 30 – Was muss man beachten

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Bewerber ab 30 können – im Gegensatz zu Berufsanfängern – den Personaler bereits mit langjähriger oder erster Berufserfahrung von sich überzeugen. Damit diese Erfahrung den Unternehmen aber auch auffällt, sollten bei der Erstellung der Bewerbung einige Punkte beachtet werden. Die Angabe jeglicher Praktika oder der gesamten Schulausbildung ist jetzt nicht mehr angebracht. In diesem Artikel erhältst du wichtige Tipps, wie Du Deine Berufserfahrung in der Bewerbung betonst.

Tipps für die Erstellung der Bewerbungsunterlagen

Check Personaler überfliegen Bewerbungsmappen häufig nur und haben kaum Zeit, einen Lebenslauf minutenlang nach den Qualifizierungen zu durchsuchen, die für den Job relevant sind. Ein Praktikum aus Schulzeiten oder für den Job irrelevante Fortbildungen stören da nur und verschwenden wichtige Zeit des Unternehmens.

Im schlechtesten Fall nimmt der zukünftige Arbeitgeber sogar an, dass Du die nötigen Qualifikationen gar nicht hast – wieso sollte ein Bewerber mit Berufserfahrung sonst das Bewerbungsanschreiben mit der Beschreibung seiner Schulausbildung eröffnen? So landet die Bewerbung schnell auf dem Ablagestapel und die Chance auf eine Einladung zum Vorstellungsgespräch ist vertan.

Eine Bewerbung nach dem Vorbild von Berufsanfängern ist also ein No-Go!

Bei der Auswahl und Ordnung der Bewerbungsunterlagen müssen bereits die ersten Änderungen vorgenommen werden: Die aktuellen Berufszeugnisse kommen nach vorne und sollten – je nachdem wie viel Berufserfahrung ein Bewerber schon hat – nach der Relevanz für die Stelle aussortiert werden. Nur die wichtigsten Schulzeugnisse finden noch Platz in der Bewerbung. Fort- und Weiterbildungen solltest Du nur angeben, wenn sie für die Stelle von Bedeutung sind.

Lampe Manche 30-Jährige bewerben sich bei Unternehmen direkt nach dem Studium und haben entsprechend weniger Berufserfahrung. Zwar handelt es sich für diese Bewerber um einen Berufseinstieg, doch durch Praktika im Studium haben sie in der Regel bereits erste Praxiserfahrung sammeln können. Auch diese Bewerber können dann mit ihrer Berufserfahrung auftrumpfen, indem sie ihre studienrelevanten Praktika zusammen mit dem Hochschulabschlusszeugnis nach vorne stellen.

Tipps für das Bewerbungsanschreiben:

Die Jahre im Berufsleben sowie die dabei gesammelten Erfahrungen und Fähigkeiten stehen im Mittelpunkt des Bewerbungsschreibens.

Diese sollten deswegen im Anschreiben als Erstes genannt und näher beschrieben werden, um den zukünftigen Arbeitgeber direkt mit dem ersten Satz auf sich aufmerksam zu machen. Ebenso wichtig ist es, die eigenen Stärken zu betonen. Auch die Motivation, die hinter der Bewerbung steckt, sollte im Anschreiben genannt werden. Wenn zum Beispiel der Jobwechsel zwecks der beruflichen Weiterentwicklung erfolgt oder die Karriere vorantreiben soll, dann kann dies dem Unternehmen Ehrgeiz vermitteln und hinterlässt einen positiven Eindruck.

Tipps für den Aufbau des Lebenslaufes

Check Im Lebenslauf sollten die Daten nicht chronologisch aufgeführt werden. Es ist sinnvoller mit den aktuellsten Berufsstationen anzufangen und diese jeweils mit einer kurzen Beschreibung der Tätigkeit hervorzuheben. Wichtige Ausbildungsstationen sowie der Schulabschluss sollten erst später im Lebenslauf stehen. Die Grundschule muss nicht mehr genannt werden. Dadurch können Bewerber direkt mit ihren Qualifikationen punkten und den Personalleiter von sich überzeugen. Der Bezug zu der ausgeschriebenen Stelle muss aber immer vorhanden sein – sowohl beim tabellarischen Lebenslauf, als auch im Bewerbungsschreiben.

TIPP Wenn Du denselben Beruf (z.B. als Produktmanager) in mehreren Unternehmen ausgeübt hast, ist es zu empfehlen, diese Berufsjahre unter einer Position zusammenzufassen und nicht einzeln aufzuführen. Dadurch wird dein Lebenslauf übersichtlicher.

Bewerbung ab 50?

Arbeiten bis zum Rentenalter? Heutzutage ist das leider nicht mehr so einfach. Wenn einem mit 50 Jahren gekündigt oder die Firma geschlossen wird, dann ist die Jobsuche schwer. Junge Kandidaten werden von Arbeitgebern häufig bevorzugt – trotz der Erfahrung und Qualifizierung der älteren Bewerber.

Lampe Die obigen Tipps gelten aber auch für Bewerbungen ab einem Alter von 50. Erfahrung ist das wichtigste Argument für einen Job – und davon haben ältere Bewerber reichlich. Wer seine Berufserfahrung geschickt in der Bewerbung hervorhebt und mit Selbstbewusstsein und Motivation ins Vorstellungsgespräch geht, kann sich auch gegen jüngere Kandidaten durchsetzen. Das Geburtsdatum sollte bei Bewerbungen von älteren Kandidaten allerdings erst am Ende des Lebenslaufes stehen. So wird gewährleistet, dass ein Personaler die Bewerbung unvoreingenommen beurteilen kann. Auf ausführliche Beschreibungen im Anschreiben, zum Beispiel warum man in seinem Alter noch einen Job möchte, sollte verzichtet werden. Es zählen nur die Fakten, denn die „Lebensgeschichte“ des Bewerbers ist für einen Personaler selten interessant.