Bewerbung in der Schweiz

Grüetzi – was es zu beachten gibt, wenn man sich in der Schweiz bewirbt

Die gleiche Amtssprache, ähnliche Sitten und Bräuche und gerne mal werden sie – auch wörtlich – zusammengefasst. Das ist die landläufige Meinung über die DACH-Region. Doch nicht nur im Alltag, beim Bestellvorgang im Restaurant oder der in der Bäckerei, gibt es kleine aber feine Unterschiede, die einen Ausschlag geben können, zum Positiven als auch zum Negativen. Um ab von Vorurteilen und persönlichen Meinungen schon vor dem Vorstellungsgespräch zu glänzen und im Arbeitsalltag in der Schweiz voll durchzustarten, haben wir euch hier einige wichtige Unterschiede für das Bewerbungsschreiben zusammengefasst.

Bewerbung Schweiz

Tipps für die erfolgreiche Bewerbung in der Schweiz:

SS ist nicht gleich UE

Das „ß“ als Buchstabe ist auch im Hochdeutschen in der Schweiz kein Buchstabe, den man nutzen sollte, um sich nicht direkt als ignoranten Ausländer, der sich den offiziellen Formen nicht beugen möchte, zu enttarnen. Im gesamten Fließtext [oder Fliesstext] im Bewerbungsschreiben als auch im Lebenslauf sollte er nicht auftauchen. Am Einfachsten lässt sich das Dokument hier mit der „Suchen“-Funktion im Textverarbeitungsprogramm auf etwaige Fehlerteufel durchleuchten. Abgeschlossen wird natürlich „mit freundlichen Grüssen“. Aber Obacht! Der anglophile Bewerber läuft stets Gefahr, sich „mit freundlichen Gruessen“ aus der engeren Auswahl zu befördern. Das „ü“ ist im Schweizerischen genauso gebräuchlich wie bei uns.

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Obwohl das Pferd nun schon von hinten aufgezäumt ist – vor der Verabschiedung kommen auch in der Schweizer Bewerbung Anrede und Begrüßung. Während hier in Deutschland ein Stellungskrieg ausgebrochen ist zwischen denen, die das Komma bevorzugen und jenen, die ihrer Bewerbung mit einem Ausrufezeichen direkt den nötigen Schwung und Elan verleihen möchten – in der Schweiz löst man das Problem einfach – durch nichts. Ja, nach „Sehr geehrter Herr Meissner“ folgt kein Satzzeichen. Unser Fliesstext wird dann allerdings wieder mit einem Grossbuchstaben begonnen.

Kartoffeln oder Bandnudeln?

Die Reihenfolge der Bewerbung – Anschreiben, Deckblatt und Lebenslauf – bleibt bestehen. Zeugnisse können im Anschluss angehängt oder in einer gesonderten PDF-Datei mitgesendet werden. Der feine Unterschied findet sich lediglich auf dem Deckblatt bei der Angabe, was der Personaler im Anhang erwarten darf. Natürlich nach wie vor Lebenslauf, Zeugnisse und Zertifikate sowie gegebenenfalls Referenzen, in der Schweiz geht es bei diesen „Anlagen:“ jedoch kulinarischer vor. Man wählt hier „Beilagen:“ als Überschrift.

Keine Staatsangelegenheit

Die erste Beilage der Bewerbungsunterlagen – der auf den Geschmack bringende Lebenslauf oder Curriculum Vitae – beginnt auch bei unseren Nachbarn mit der Angabe der persönlichen Daten. Auch hier gibt es jedoch wörtliche Unterschiede. Nachdem „Geburtsort und -datum“ buchstäblich und im übertragenden Sinne bestehen bleiben, wird die „Staatsangehörigkeit“ rasch zur „Nationalität“ während der „Familienstand“ bei den Eidgenossen als „Zivilstand“ bezeichnet wird.

Zu guter Letzt

Hier kann der anglophile Bewerber wieder jubeln und sich ganz wie in good old England fühlen: Der Lebenslauf wird nicht unterschrieben, auch Datum und Ort werden nicht angegeben. Das Pferd ist nun gesattelt und gezäumt und bringt euch hoffentlich sicher ins Schweizer Vorstellungsgespräch!

Wir hoffen, dass euch unsere Tipps geholfen haben und wünschen euch…

…viel Erfolg bei eurer Bewerbung in der Schweiz!