Die Bewerbung nach dem Studium – Fertig studiert, was nun?

Studentin mit Bewerbung

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Die einen wissen bereits vor Beginn Ihres Studiums, wohin sie ihr Weg einmal führen wird, die anderen erkennen erst während des Studiums, wo Ihre Stärken und Interessen liegen. Doch beide Seiten haben eins gemeinsam: Als angehende Absolventen müssen sie sich gegen Ende ihres Studiums Gedanken um ihre Bewerbung machen, um erfolgreich in den Arbeitsmarkt einzusteigen.

Die erste Sprosse auf der Karriereleiter ist die Bewerbung

Die meisten Studenten bringen wenig bis gar keine Erfahrung mit, wenn es darum geht, eine Bewerbung zu erstellen. In vielen Fällen beschränkt sie sich maximal auf Bewerbungen für Praktikumsstellen. Aufgrund zahlreicher Kooperationen von Unternehmen mit den verschiedenen Hochschulen gibt es hier aber relativ wenig Konkurrenzdruck und oft ist nur eine „Pro-Forma“ Bewerbung gefragt. Geht es nun darum, sich gegen die Mitbewerber um die besten Stellen am Arbeitsmarkt durchzusetzen, stehen viele vor dem Problem, ihre Stärken nicht klar präsentieren zu können und den angestrebten Arbeitgeber somit nicht davon überzeugen zu können, genau sie einzustellen.

Das größte Problem für Absolventen: Keine oder nur wenig Praxiserfahrung

Du hast dein Studium erfolgreich abgeschlossen, alle Klausuren sind geschrieben, die Bachelor- oder Masterarbeit mit überdurchschnittlichem Erfolg bestanden. Du denkst dir:

    „Jetzt kann nichts mehr schief gehen…die Arbeitswelt steht mir offen!“

Weit gefehlt, denn auch sehr gute Studienleistungen sind keine Jobgarantie. In vielen Stellenausschreibungen liest man zwar „Berufseinsteiger willkommen“, doch die Realität zeigt, dass Unternehmen lieber jemanden einstellen, der den Job, den er machen soll, schon einmal gemacht hat, als einen Bewerber, dem man erst alles von Grund auf erklären muss.
Du solltest dich daher im besten Fall frühzeitig informieren, welche Anforderungen dein Traumjob mit sich bringt und dann gezielt darauf hinarbeiten. Auf dem Portal www.uniturm.de findest du eine Menge nützlicher Tipps für die Berufswahl, deine Bewerbung sowie zu allen Themen rund ums Studium. Außerdem offene Praktikumsstellen und Stellenangebote.

Welche Praxiserfahrung ist relevant?

Kellnern und Promotion-Tätigkeiten sind wohl die am meisten verbreiteten Studentenjobs. Sie liefern aber selten eine gute Grundlage für die fachlichen Aspekte der für Absolventen interessanten Stellenangebote. Du solltest diese Nebenjobs in deinem Bewerbungsschreiben allerdings nicht gänzlich unter den Tisch fallen lassen, sondern kannst auf diese Weise wunderbar deine Soft Skills mit Beispielen belegen:

    „Aufgrund meiner Erfahrung in der Gastronomie bin ich es gewohnt, stets freundlich und zuvorkommend aufzutreten.“

Die Chance, bereits während des Studiums fachlich relevante Erfahrungen für sein angestrebtes Berufsfeld zu erlangen, bieten spezifische Praktika und Werkstudententätigkeiten. Daher solltest du im Idealfall schon bei der Wahl deiner Einsatzgebiete deine ungefähren beruflichen Ziele im Hinterkopf haben. So kannst du gezielt in deine zukünftigen Tätigkeitsfelder hineinschnuppern und dich auf deine Aufgaben vorbereiten.

    „Da ich mich schon immer sehr für Werbestrategien und Marktforschung interessierte, absolvierte ich im Rahmen meines Studiums ein Praktikum in der Marketingabteilung der XYZ GmbH.“

Es macht natürlich wenig Sinn, ein Praktikum im Controlling zu machen, wenn dies zwar beispielsweise zu deinem betriebswirtschaftlichen Studium passt, du aber später gern im Marketing arbeiten möchtest. Hast du noch keinen konkreten Plan für deine berufliche Zukunft, solltest du die Einsatzgebiete deiner Praktika möglichst breit streuen, sodass du später zumindest eine fachlich relevante Station in deinem Lebenslauf vorweisen kannst:

    „Im Laufe meines Praktikums in der Marketingabteilung der XYZ GmbH festigte sich mein Wunsch, mich beruflich langfristig auf den Bereich Marktforschung zu spezialisieren.“

Werkstudentenstellen bieten mehr Möglichkeiten, sich bereits während des Studiums auf einen bestimmten Bereich zu spezialisieren. Hier wirst du gerade im technischen Bereich häufig direkt in aktuelle Forschungs- oder Entwicklungsprojekte eingebunden. Zusätzlich gibt es bei vielen Unternehmen die Möglichkeit, seinen Einsatz mit der Erstellung seiner Abschlussarbeit zu verbinden. Beachte hier jedoch den zeitlichen Aufwand. In der vorlesungsfreien Zeit werden Werkstudentenstellen meist in Vollzeit besetzt. Da aber Klausuren und Prüfungen gerne auch in diesen Zeitraum fallen, solltest du in jedem Fall dein Zeitmanagement im Griff haben. Neben den erworbenen fachlichen Kompetenzen auch wieder ein erwähnenswerter Punkt für deine Soft Skills.

Traineeprogramme als Einstieg

Ohne praktische Erfahrung führt der Einstieg in die Berufswelt meist ausschließlich über Traineeprogramme. Diese haben den Vorteil, dass du direkt in das Tagesgeschäft der Unternehmen eingebunden wirst – das sogenannte Training on the job. In der Regel lernst du während eines 12 bis 18-monatigen Zeitraums alle Abteilungen kennen und wirst im Anschluss deinen individuellen Stärken entsprechend eingesetzt und gefördert.