Bewerbung mit Gehaltsvorstellung

In Deutschland ist es üblich, sich nicht großspurig über sein Gehalt zu äußern. Summen werden ungern genannt, der Verdienst ist Privatsache. Geht es jedoch um das Thema Gehaltsvorstellung, wird der eine oder andere hellhörig. Vermutlich hat sich jeder Arbeitnehmer schon einmal gedanklich mit seinem Gehalt auseinandergesetzt. Werden Bewerber jedoch darum gebeten, genaue Angaben in ihren Bewerbungen zu treffen, geraten viele ins Grübeln.

Machst auch Du Dir Gedanken um Dein Gehalt? Im Folgenden erläutern wir, wie Du Deine Gehaltsvorstellung professionell in Deine Bewerbung einbringst.

Bewerbung Gehaltsvorstellung

© Marco Scisetti

Angabe der Gehaltsvorstellung

Die Angabe der Gehaltsvorstellung erfolgt gegen Ende Deines Bewerbungsschreibens. Sie sollte entweder vor dem oder im Schlussteil thematisiert werden. Es ist nachvollziehbar, dass das Gehalt entscheidend für einen Bewerber ist, doch es sollte in Deinen Bewerbungen stets eine untergeordnete Rolle spielen. Ferner ist es wichtig, dass Du eine Festsumme als Gehaltsvorstellung angibst und Dich nicht zu einer Gehaltsspanne hinreißen lässt.

Personalverantwortliche erkennen anhand Deiner Gehaltsvorstellung, ob Du Dich und Deinen Wert für das Unternehmen realistisch einschätzen kannst. Von der Angabe einer Gehaltsspanne ist abzuraten, da sie Dich unsicher erscheinen lässt und dem Arbeitgeber als Unternehmer zu offensichtlich in die Karten spielt.

Nehmen wir an, dass Du Dich für eine Spanne von 44000 bis 48000 Euro entscheidest. Wieso sollte sich das Unternehmen für eine Arbeitskraft mit einem jährlichen Verdienst von 48000 Euro entscheiden, wenn der Bewerber es von sich aus gutheißt, ihm 4000 Euro weniger zu zahlen?

Entscheide Dich daher für eine Festsumme, die Entschlossenheit signalisiert und gleichzeitig Deinen Wert für das Unternehmen auf den Punkt bringt.

Rechtfertigung der Summe

Im Prinzip wird bei einer Gehaltsvorstellung erwartet, sich selbst ein Preisschild aufzukleben. Sich selbst richtig einzuschätzen fällt vielen Bewerbern allerdings besonders schwer. Gerade das Gehalt kann doch im Berufsleben ein so unangenehmes Thema sein und dann wird erwartet, sich selbst auf ein angemessenes Gehalt zu festzulegen? Ein Glück, dass Du diese Entscheidung nicht aus dem Bauch heraus treffen musst.

Arbeitskollegen, Universitätsprofessoren, Fachliteratur und spezifische Internetportale können Deine Informationsquellen sein. Selbst Deine früheren Gehälter sind Anhaltspunkte – besonders dann, wenn Du im gleichen Unternehmen oder Berufsfeld aufsteigst bzw. beruflich eine niedrigere Stelle bekleiden wirst. Wichtig ist, dass Du am Ende auf eine realistische Summe kommst. Hol Dir deshalb mehrere Zahlen ein, um Dir vorab ein umfassendes Bild zu machen.

Nicht selten geben Unternehmen ein festes Gehalt für eine Stelle vor – unabhängig davon, ob ein Bewerber eine Weiterbildung mehr oder weniger hat als der andere. Mit den Finanzen eines Betriebes muss eben gut gehaushaltet werden. Siehst Du jedoch die Chance, Deine überragenden Qualifikationen als Verkaufsargument einzubringen, vergiss nicht, sie selbstbewusst hervorzuheben.

Verhandlung im Vorstellungsgespräch

Die Verhandlung um Dein letztendliches Gehalt findet im Vorstellungsgespräch statt. Vorab solltest Du Dir deshalb noch einmal ins Gedächtnis rufen, wie Deine Chancen stehen, welche Summe Dir fair erscheint und wo Deine persönliche Schmerzgrenze liegt. Selbst wenn das Unternehmen klar am längeren Hebel sitzt, solltest Du Dich nicht unter Wert verkaufen.

Damit Du mit einer guten Ausgangslage in die Verhandlung einsteigst, ist es wichtig, dass Du Deine Gehaltsvorstellung nicht zu niedrig ansetzt. Wähle entweder die Summe, auf der Du, gegen alle Zweifel, beharren wirst oder eine Vorstellung, die der Arbeitgeber noch etwas drücken kann, ohne dass das Gegenangebot unter Deine Schmerzgrenze fällt.