Bewerbung aus der Selbstständigkeit

Mit diesen einfachen Tipps zurück zur Festanstellung!

Bewerbung aus der Selbstständigkeit: Vorurteile gegenüber Selbstständigen

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Die Bewerbung aus der Selbstständigkeit hat ihre ganz eigenen Tücken. Dies ist letztlich dem Umstand geschuldet, dass du dich als Selbstständiger auf viele verschiedene Vorurteile gefasst machen musst. Welche das sind und wie du sie umgehst, erfährst du hier!

Während in den 1990er Jahren die Rate der Selbstständigen konsequent anstieg, kann das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) verstärkt den Trend zurück zur Festanstellung beobachten. Aus diesem Grund ist es für dich, falls du ebenfalls als Selbstständige oder Selbstständiger arbeitest, wichtig zu wissen, was du bei der Bewerbung aus der Selbstständigkeit zu beachten hast. Dazu werfen wir zunächst einen Blick auf die Vorurteile, die dir bei diesem Schritt der Bewerbung entgegenschlagen.

Vorurteile gegenüber Selbstständigen für eine Festanstellung:

  1. Schon wieder ein einsamer Wolf!

    Frisch aus der Zeit als dein eigener Chef wirst du zunächst als ein einsamer Wolf gehandelt, der sich vom Rudel abwandte, um allein das Glück zu suchen. Dir wird jede Fähigkeit, die für Arbeitgeber und für deine Karriere im neuen Job wichtig ist (wie zum Beispiel Teambildung oder Zusammenarbeit) abgesprochen.

  2. Wieder ein kleiner Napoleon.

    Bekanntlich ist Napoleon Bonaparte mit seinen Plänen Europa für sich einzunehmen, kläglich gescheitert. Den gleichen Gedanken hat ein Personaler, wenn er deine Bewerbungsunterlagen in der Hand hält – noch bevor er überhaupt einen Blick auf deinen Lebenslauf geworfen hat. Statt die Welt mit deiner Geschäftsidee zu erobern, versuchst du nun mit einer Insolvenz im Gepäck zurück in den sicheren Hafen zu kommen.

  3. Motivation? Die gibt es erst am Wochenende …

    Da du dir während deiner Selbstständigkeit deine Arbeit, beziehungsweise deine Projekte, selbst aussuchen konntest, wird nun automatisch davon ausgegangen, dass du dich nicht mehr bei „dir vorgegebenen“ Arbeiten motivieren kannst: Stattdessen wird deine schlechte Laune immer intensiver, deine Wechselmotivation steigt und deine Arbeit? Das, was du präsentierst, lässt sich nicht mehr wirklich als Arbeit bezeichnen.

  4. Macht auf dem Absatz wieder kehrt!

    Da du durch die jeweiligen Projekte offensichtlich nicht zu motivieren bist, stehen die Chancen, dass du in dem Unternehmen bleibst, eher schlecht. Demnach lohnt sich für den Arbeitgeber selbst die Einarbeitung sowie die Ausstattung von dir mit entsprechenden Materialien nicht – du wirst schlicht und ergreifend für „zu teuer“ befunden.

  5. Räumt die Chefetage, jetzt komme ich!

    Wenn dir nicht gerade die Insolvenz deines eigenen Geschäfts vorgehalten wird, folgt zumeist der Verdacht, dass du den Managern und Führungskräften im Unternehmen den Rang ablaufen möchtest – natürlich ohne die bekannte Karriereleiter. Warum sollte sich sonst jemand bewerben, der sein eigener Chef ist? Bestimmt nicht, um sich unterzuordnen!

Diese Vorurteile sind für deine Bewerbung aus der Selbstständigkeit nicht förderlich, sondern eher nachteilig. Doch mit ein paar wenigen Tipps ist es für dich möglich, diesen Ressentiments souverän entgegenzutreten.

Tipps für deine Bewerbung aus der Selbstständigkeit:

  • Wichtig ist zunächst ein übersichtlicher und gut strukturierter Lebenslauf. Beim Lebenslauf selbst darfst du, wie jeder andere Bewerber auch, selbstverständlich nicht schummeln. Wenn du vor deiner Selbstständigkeit arbeitssuchend warst, musst du diesen Zeitraum wahrheitsgemäß angeben. Dein letzter Arbeitgeber warst du selbst. Du kannst dann an diesem Punkt dein Aufgabengebiet eintragen. Für die Projekte während dieser Zeit eignen sich besonders gut Projektlisten, die du hinter dem Lebenslauf anfügst. In allen weiteren Punkten gilt das, was du auch sonst beachten musst.
  • Zeige deine Stärken! Gehe in deinem Bewerbungsschreiben gezielt auf deine Kernkompetenzen ein. Mache dabei nicht den Fehler und übertreibe es, denn zu viele Superlative können dich auch den neuen Job kosten. Verweise jedoch auf die Eigenschaften, die du dir in deiner Karriere als Selbstständige/r angeeignet hast. Zum Beispiel gute Kundenakquise, ergebnisorientiertes Arbeiten, Zielstrebigkeit oder ein gutes Marktgespür. Diese Kompetenzen können den entscheidenden Unterschied zu den Mitbewerbern darstellen und sich somit positiv für dich auswirken!

    Übrigens: Wer sagt, dass Selbstständige nicht teamfähig sind?! Schließlich müssen sich viele von ihnen bei den unterschiedlichen Projekten immer wieder auf neue Teammitglieder einstellen und mit diesen zusammenarbeiten.

  • Bewerbung aus der Selbstständigkeit: Teamwork © Rawpixel

  • Lege deine Beweggründe für deinen Wechsel in die Festanstellung dar. Nicht jeder Selbstständige wechselt in ein Unternehmen, weil er seine eigene Existenz vor die Wand gefahren hat. Es gibt viele Gründe, um sich für ein Angestelltenverhältnis zu entscheiden. Zum Beispiel der Wunsch nach einem festen Einkommen, geregelten Arbeitszeiten, einem festen Standort oder die Vorfreude darauf, nicht mehr allein für alles verantwortlich zu sein.
  • Da du für deine Bewerbung aus der Selbstständigkeit lediglich die Arbeitszeugnisse nutzen kannst, die du zuvor in verschiedenen Anstellungen bekommen hast, empfiehlt es sich für dich bei deinen ehemaligen Auftraggebern nach einem Empfehlungsschreiben zu fragen. Diese kannst du als Ersatz für etwaige Arbeitszeugnisse nutzen.

Mit diesen vier einfachen Tipps steht deiner Karriere in einem neuen festen Job (vielleicht sogar in deinem Traumunternehmen?) nichts mehr im Weg. Wir wünschen dir viel Erfolg bei deiner Bewerbung aus der Selbstständigkeit!