Der Aufhebungsvertrag in der Bewerbung

Den Aufhebungsvertrag in der Bewerbung erwähnen oder besser nicht? Was genau ist überhaupt ein Aufhebungsvertrag? Alles, was du zunächst als Arbeitnehmer dazu wissen musst, erfährst du in diesem Beitrag!

Das Ende des Arbeitsverhältnisses kann verschiedene Gründe haben. Der Job macht dir keinen Spaß mehr, die Arbeitsatmosphäre wird immer kritischer, du musst aus familiären Gründen umziehen usw. – Kündigungsgründe gibt es genug. Der Kündigung bzw. dem Aufhebungsvertrages folgt jedoch direkt die nächste Bewerbungsphase auf dem Fuße.

Dabei bleibt dann die Frage zu klären, ob der Aufhebungsvertrag in der Bewerbung erwähnt werden soll? Damit du besser unterscheiden kannst zwischen Aufhebungsvertrag und Kündigung, haben wir dir das wichtigste zur Aufhebung zusammengefasst.

Die wichtigsten Eckpunkte zum Aufhebungsvertrag

Das wichtigste Merkmal ist zunächst, dass der Aufhebungsvertrag auf beiderseitigem Einverständnis basiert. Das heißt weder Sie als Arbeitnehmer, noch Ihr Chef als Arbeitgeber sind in einer deutlich besser gestellten Position. Ein weiterer wichtiger Unterschied zu einer Kündigung ist die individuelle Lösung, die ein Aufhebungsvertrag parat hält.

Aufhebungsvertrag in der Bewerbung - Mann unterschreibt Papiere

© Olu Eletu

Kündigungen sind zumeist standardisiert, damit weder Arbeitgeber noch Arbeitnehmer auf rechtliche Weise belangt werden können. Bei einem Aufhebungsvertrag hingegen gibt es bestimmte Faktoren, die beachtet werden müssen. Beispielsweisegibt es eine gewisse Verhandlungsbasis, die beiden Parteien zur Verfügung steht. Ein Beispiel dafür:

Bei einem Aufhebungsvertrag besteht für dich als Arbeitnehmer eine Sperre von bis zu 12 Wochen für das Arbeitslosengeld (§ 159 Absatz 1 Nr. 1 SGB III). Ausnahmen bestehen, wenn die Alternative eine betriebsbedingte Kündigung gewesen wäre oder im Fall von sozialen Konflikten unter den Mitarbeitern (z. B. Mobbing). Diese Ausnahmen müssen dann jedoch schriftlich festgehalten werden.

Achtung: Es ist jedoch nicht zwingend notwendig einen Kündigungsgrund anzugeben! Das bedeutet gleichzeitig, dass du als Arbeitnehmer mit der Bitte um einen Aufhebungsvertrag einer außerordentlichen Kündigung zuvorkommen kannst.

Ebenfalls musst du bei einem Aufhebungsvertrag darauf achten, dass du keine Einbußen bei sogenannten Versorgungsverträgen erleidest. Darunter fallen beispielsweise durch das Unternehmen gegebene Versicherungen, wie eine Altersvorsorge oder eine Unfallsversicherung. Insofern du von eben diesen Einbußen weißt, kannst du bei dem Aufhebungsvertrag dies als Grundlage für deine Verhandlungen nutzen.

Fazit zum Aufhebungsvertrag:

Beachte bei einem solchen Vertrag, dass dieser in erster Linie mehr Vorteile für den Arbeitgeber bereithält als für den Arbeitnehmer. Dein Chef ist nicht dazu verpflichtet, dir etwaige Vergütungen (bspw. eine Abfindung) zukommen zu lassen und muss sich ebenfalls nicht mit dem Papierkram umgeben, den bspw. eine außerordentliche Kündigung mit sich bringt.

Lampe Lass dich nicht von einem Aufhebungsvertrag überrumpeln. Prüfe die Konditionen, die dir dein Arbeitgeber vorsetzt. Ein hastig unterschriebener Vertrag beendet nicht nur deine Karriere in einem Unternehmen, sondern beeinflusst ebenfalls wichtige, genannte Leistungen. Dass du den Vertrag unter Druck unterschreiben musstest, wirst du im Falle eines Rechtsstreites beweisen müssen.

Der Aufhebungsvertrag in der Bewerbung

Check Grundsätzlich ist es nicht verpflichtend den Aufhebungsvertrag in der Bewerbung zu erwähnen – weder im Anschreiben, noch im Lebenslauf. Auf der anderen Seite solltest du davon absehen, die Tatsachen bezüglich deines Ausscheidens aus einem Arbeitsverhältnis zu beschönigen.

Seinen Job zu verlieren ist unschön, das liegt auf der Hand. Andererseits gehört dies ebenfalls zum Berufsleben dazu und ist kein Beinbruch. Sieh den Umstand eher als eine Chance, deine Karriere bei einem anderen Arbeitgeber neu aufzurollen. Falls du dich dazu entscheidest, direkt auf die Aufhebung des Arbeitsvertrages in der Bewerbung einzugehen, so kannst du dies entweder im Anschreiben oder im Lebenslauf machen.

Im Anschreiben:

Im Bewerbungsschreiben profitierst du davon, dass du die Situation in wenigen Worten erklären kannst. Der Nachteil ist jedoch, dass dir dabei wichtiger Platz verloren geht. Diesen Platz könntest du alternativ dazu nutzen, mehr von deiner Qualifikation zu überzeugen.

Du könntest beispielsweise schreiben:

Aufgrund auseinander gehender Meinungen bezüglich meiner künftigen, persönlichen Weiterentwicklung in meiner aktuellen Position, bin ich nun auf der Suche nach einer neuen Herausforderung.

Im Lebenslauf:

Der Lebenslauf bietet sich mehr an, damit du (falls du das möchtest) deinen Aufhebungsvertrag darstellen kannst. Dadurch kannst du den Platz in deinem Anschreiben für deine Selbstdarstellung verwenden. Im Lebenslauf selbst nimmt die Erwähnung dieser Umstände nicht viel Platz in Anspruch.

Die Gestaltung kann zum Beispiel wie folgt aussehen:
08.2008 – 12.2015
Projektleiter bei XY AG, Buxtehude
(Arbeitsverhältnis mit beiderseitigem Einverständnis für die berufliche Entwicklung aufgehoben)

Sobald du dann im Vorstellungsgespräch den Personalern gegenübersitzt, kannst du deine Situation entsprechend offenlegen und die näheren Umstände erklären.