Arbeitsproben & Projektliste – Meilensteine der Karriere

Manche Jobs erfordern ein hohes Maß an Kreativität und Eigenverantwortlichkeit. Die Angaben von Berufserfahrung und den nötigen Soft Skills genügen jedoch nicht, um sich als Bewerber für eine dieser Stellen zu qualifizieren. Deshalb fordern Unternehmen Arbeitsproben und Projektlisten ein, damit sie das Können der Bewerber, noch vor der Einstellung, anhand von abgeschlossenen Arbeiten beurteilen können.

Wir erklären Dir jetzt, was es mit Arbeitsproben und Projektlisten auf sich hat, welche Berufsgruppen betroffen sind und worauf Du bei der Erstellung zu achten hast.

Das sind Arbeitsproben

Arbeitsproben sind (meist) handfeste Werke von Bewerbern, die inklusive der Bewerbungsunterlagen versendet werden. Beispiele sind:

    • Artikel von Journalisten
    • Zeichnungen und Bilddateien von Grafikern
    • Modelle von Architekten
    • Fotografien von Fotografen

 

Im Zeitalter des Internets werden viele Arbeitsproben heutzutage als Datei per Online-Bewerbung eingereicht. Es gibt jedoch Unternehmen und Institutionen, welche eine schriftliche Bewerbung und greifbare Arbeitsproben (nicht eingescannte Zeichnungen, ausgedruckte Grafiken) bevorzugen.

Arbeitsproben Projektliste

© Nomad_Soul

Arbeitsproben sind sogar Anforderungen für Ausbildungsberufe und Studiengänge. Schüler und Studenten treffen jedoch eher selten auf diese Bedingungen.

Wenn wir es genau nehmen, könnte jeder Bewerber Arbeitsproben für seine Bewerbung erstellen. In vielen Berufsfeldern macht dies jedoch keinen Sinn. In der Altenpflege, im Handwerk oder auch beispielsweise bei Bürotätigkeiten, setzen Arbeitgeber lieber auf Probearbeitstage. So können sie die Arbeitsweise des Bewerbers für 1 bis 3 Tage beobachten und die Effizienz seiner Leistung besser beurteilen.

Kriterien einer guten Arbeitsprobe

Deine Arbeitsprobe sollte gewisse Kriterien erfüllen, um einen positiven Eindruck zu hinterlassen. Diese Faktoren sind wichtig:

Handlichkeit

Deine Arbeitsproben sollen dem Arbeitgeber nicht zur Last werden. Sie sollen somit weder zu schwer, noch zu groß sein, um sie leicht betrachten zu können.

Übersichtlichkeit

Auch Übersichtlichkeit ist wichtig. Das bedeutet vor allem, dass Du Dich bei dem Versand von Arbeitsproben auf die 2 bis 3 besten Exemplare beschränken solltest, sofern nicht mehr oder weniger gefordert werden.

Außerdem sollten diese durch Beschriftungen kenntlich und unterscheidbar gemacht werden – das ist besonders beim Online-Versand zu beachten.

Qualität

Arbeitsproben sollen den Arbeitgeber durch ihre Qualität überzeugen. Vergewissere Dich daher, dass Du den Anforderungen des Betriebes gewachsen bist. Einen Versuch ist es immer wert, doch ein Fehlschlag könnte Dich, bei manch einem Arbeitgeber, für immer brandmarken. Lasse Deine Chance daher von Familie und Freunden einschätzen, um vorab ein realistisches Feedback zu erhalten.

Schutz

Achte darauf, dass Deine Arbeitsproben sowohl bei der Bewerbung per Post als auch bei der Online-Bewerbung geschützt sind. Im Falle einer schriftlichen Bewerbung, kann das zum Beispiel durch einen gepolsterten Umschlag geschehen. Bei einer Online-Bewerbung kann Dich die Umwandlung deiner Dateien in das PDF-Format vor Formatierungsfehlern schützen.

Das ist eine Projektliste

Eine Projektliste ist die Auflistung von abgeschlossenen Arbeiten, die (meist) nicht transportierbar oder für den Arbeitgeber greifbar sind. Beispiele sind:

    • Entworfene Gebäude von Architekten
    • Geplante Kampagnen von Marketingkaufleuten
    • Organisierte Events von Eventmanagern
    • Betreute Kunden von Unternehmensberatern

 

Die Projektliste ist eine tatsächliche Bewerbungsunterlage und folgt in einer Bewerbung auf den Lebenslauf. Dies gilt sowohl für die schriftliche Bewerbung als auch die Online-Bewerbung.

Kriterien einer guten Projektliste

Auch bei Deiner Projektliste solltest Du auf gewisse Kriterien achten. Diese Faktoren sind wichtig:

Aufbau

Bei dem Aufbau Deiner Projektliste sind Dir keine Grenzen gesetzt. Es gibt keine bestimmte Form, nach denen sich ein Bewerber richten muss. Viele Bewerber fahren jedoch am besten, indem sie einen Aufbau anstreben, der dem tabellarische Lebenslauf ähnlich ist. Folgende Faktoren könnten den Aufbau Deiner Projektliste bestimmen:

  1. Deine Kontaktdaten
    (Vor- und Zuname, Straße etc.)
  2. Die Angabe deiner wichtigsten Projekte
    (12.06.2015 Projekt X, 11.11.2011 Projekt Y)
  3. Relevante, projektbezogene Randdaten
    (Zeitraum, Kosten des Projektes etc.)
  4. Eine anti-chronologische Auflistung
    (2015 X, 2011 Y, 2009 Z etc.)
  5. Ein optionaler, erklärender Textabschnitt
    (Bezüglich der Projekte …)

Qualität

Achte darauf Deine Projektliste qualitativ hochwertig zu gestalten, Rechtschreib- und Grammatikfehler zu vermeiden und bei Deiner Auflistung auf Übersichtlichkeit zu setzen. Das Wichtigste ist jedoch, dass Du ausschließlich Deine besten Projekte angibst und versuchst Dich auf eine DIN-A4-Seite zu beschränken.

Arbeitsproben oder Projektliste?

Unternehmen geben in ihren Stellenangeboten an, ob Arbeitsproben oder Projektlisten benötigt werden und welche Versandart dafür vorgesehen ist. Doch selbst, wenn diesbezüglich keine Anmerkungen in Deinen Stellenangeboten gemacht werden, können sie Deine Bewerbung aufwerten.

Entscheide selbst, ob es Sinn macht, für den umworbenen Job Arbeitsproben oder eine Projektliste mitzusenden und greife auf unsere Tipps zurück, falls Arbeitgeber von deinen bisherigen Leistungen überzeugt werden wollen.

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