Effektiv bewerben
Das Bewerbungsanschreiben ist der Türöffner einer jeden Bewerbung. Als Bewerber sollte man jedoch nicht dem Irrglauben erliegen, dass der Personalchef jedes Anschreiben im Detail liest. Vielmehr sollte es dafür sorgen, dass er überhaupt weiter blättert.
Was gehört nun also in ein solches Anschreiben ? Neben rein formalen Aspekten der Briefgestaltung und grundsätzlich gültigen Kriterien wie Unversehrtheit und Ordnung zählen natürlich auch die inhaltlichen Aspekte. Auf allzu allgemeine Floskeln wie “Flexibilität, Zuverlässigkeit” etc. sollte man verzichten. All das sind Fähigkeiten, die jeder zunächst von sich behaupten würde. Es handelt sich dabei um keine wirkliche Neuigkeit für den Personaler. Das Ganze verpackt in eine Art Geschichte sorgt hingegen für einen näheren Blick. Man sollte also seine Fähigkeiten mit der Beschreibung von Tätigkeiten und Situationen belegen, in denen man diese sehr gut beweisen konnte.
Ein Tipp, um wirklich auf das Gefragte zu sprechen zu kommen, ist die Stellenanzeige an und für sich. Man sollte sich aber nicht nur auf diese Weise informieren. Oft zeigt auch die Firmenwebseite, welche Art von Personal die Firma sich vorstellt – handelt es sich um ein kreatives oder ein eher konservatives Umfeld ? Entsprechend sollten die Formulierungen und die ausgewählten Fähigkeiten ausfallen. Bei aller Anpassung sollte das Selbstbild aber realistisch ausfallen. Es ist eher unwahrscheinlich, dass ein 20-jähriger bereits 10 Jahre Berufserfahrung im Ausland hat, ein abgeschlossenes Studium und zehn Fremdsprachen spricht. Solche leicht durchschaubaren Übertreibungen führen in der Regel zum direkten Ausschluss aus dem Verfahren.
Das Anschreiben sollte dem Personaler vermitteln, welchen Nutzen er und die Firma davon haben, wenn sie einen nicht nur näher kennenlernen möchten, sondern auch noch einstellen. Im Hauptfokus des Anschreiben sollte also eine Nutzensvermittlung stehen. Dazu ist es sinnvoll, sich ruhig einmal der eigenen Stärken bewusst zu werden. Diese sollte man dann mit der Stellenbeschreibung abgleichen. Punkte, die für das Unternehmen besonders interessant sein könnten, sollten auch entsprechend herausgestellt werden. Idealerweise geschieht das gleich am Anfang des Bewerbungsanschreibens, so dass der Personaler überhaupt geneigt ist, weiter zu lesen.
Was man auf jeden Fall vermeiden sollte, ist auch eine reine Ausformulierung des sowieso nachfolgenden Lebenslaufs. Das möchte nun wirklich kein Personalentscheider lesen. Besser ist es, einige Kernkompetenzen herauszustellen. Hat man vielleicht bereits Erfahrung in der angestrebten Branche ? Wie waren diese ? Welche besonderen Stärken hat man entwickelt und welche Situationen führten dazu ?
Nicht zu vernachlässigen ist auch ein Ausdruck der Tatsache, dass man sich freut, wenn das Unternehmen einem die Möglichkeit zu einem persönlichen Gespräch gibt. Dass das Anschreiben unterschrieben sein sollte, versteht sich von selbst. Das sollte auch bei einer elektronischen Bewerbung bedacht werden.

